DBU-Projekt: Neuerkerode

 

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Das Projekt "Neuerkerode" beschäftigt Mitarbeiter der FH, Studenten und externe Bearbeiter schon seit 2007. Es geht mittlerweile in die zweite Runde. Soll heißen: zunächst wurde ein Grundlagenprojekt durchgeführt, bei dem die Verbrauchsdaten und die Substanz der Liegenschaft untersucht wurde und nun läuft das Umsetzungsprojekt.

Doch von vorn: die Evangelischen Stiftung Neuerkerode ist ein Dorf am Elm, zwischen Braunschweig und Schöppenstedt, gelegen im Landkreis Wolfenbüttel. Sie ist ein Zuhause für 840 Menschen mit geistiger Behinderung sowie mit Lern- und Mehrfachbehinderungen. Es herrscht ein normales Dorfleben. Insgesamt stehen 122 Arbeitsplätze in den Werkstätten zur Verfügung. Dort werden Teile für Industrie und Eigenbedarf gefertigt. Des Weiteren sind 300 Arbeitsplätze in den Bereichen Kunst, Handwerk, Landwirtschaft und Gartenbau in Neuerkerode integriert. Durch die an die körperliche Beeinträchtigung der Bewohner entsprechend angepassten Wohnhäuser und Pflegeeinrichtungen sowie die gegebene Infrastruktur mit Läden, Gasthaus, Gärtnerei und Friseur sind sie in der Lage, soweit wie möglich für sich selbst zu sorgen.

Die Stiftung wurde im Jahr 1868 gegründet. Viele der Gebäude in Neuerkerode stammen aus dieser Zeit. Für die Gebäudesubstanz bedeutet dies vor allem, dass ein geringer bauphysikalischer Standard sowie veraltete Haus- und Anlagentechnik bei deutlich steigenden Energiepreisen ein immer größer werdendes ökonomisches und ökologisches Problem darstellen. Das Dorf Neuerkerode besteht aus 55 beheizten Häusern mit Wohn- und Nichtwohnnutzung und mit einer beheizten Gesamtfläche von 49.200 m². Etwa 40 % der Gebäude sind vor dem 2. Weltkrieg erbaut, ca. 35 % nach dem zweiten Weltkrieg bis Mitte der 1970er Jahre und der Rest danach. Die Gebäude werden fast ausschließlich über Nahwärme aus einer Heizwerkzentrale versorgt, welche aus Gaskesseln und seit 2004 zusätzlich aus an anderer Stelle der Liegenschaft eingespeister Abwärme einer Biogasanlage stammt. Weiterhin wird eine zentrale Dampfversorgung für Küche und Wäscherei betrieben. Der Gesamthaushalt der Stiftung Neuerkerode betrug 2007 ca. € 46,5 Mio. Neben den Medienkosten von etwa 1,5 Mio. €/a steht der Stiftung Neuerkerode ein weiteres jährliches Budget von etwa 1,5 Mio. € für die Bauunterhaltung zu Verfügung. Dieses kann weitgehend den Kosten für Instandhaltung, aber wesentlich auch für Umnutzungsmaßnahmen in der Stiftung Neuerkerode zugeordnet werden.

Die Stiftung hat in den letzten Jahren erste Schritte zur Einführung eines Energiecontrollings unternommen. Die Verbrauchsdaten wurden seit dem Jahre 2000 kontinuierlich erfasst und ausgewertet. Eine Grobanalyse der Verbrauchsdaten war bis Ende 2006 vorhanden, es fehlt jedoch eine Feinanalyse und ein integratives Gesamtkonzept, welches die vielschichtigen Problemstellungen erfasst und spezifische Lösungen entwickelt.

Ziel des DBU-Projektes "Neuerkerode 2015": der Gebäudebestand soll durch investive Maßnahmen und Integration in eine Instandhaltungs- und Investitionsplanung energetisch umfassend modernisiert werden. Die Mitarbeiter und Bewohner werden in Schulungen zum Energiesparen angeleitet. Ziel ist, die Strom- und Wärmeversorgung baldmöglichst, spätestens bis 2050 zu 80-100% aus regenerativen Quellen zu decken. Das Projektziel und damit die Umweltentlastung sollen in Stufen erfolgen. Es sind Maßnahmen zur Bedarfsminderung, also zur Einsparung, zur Effizienzerhöhung (Gebäudemodernisierung, Anlagenmodernisierung) sowie zur Einbindung regenerativer Energien geplant. Anstelle von Einzelansätzen – z.B. der alleinigen Energie- bzw. Medieneinsparungen – sollen umfassend die Ziele einer nachhaltigen Instandsetzung und Modernisierung verfolgt werden, die konventionellen Instandhaltungsbedarf, Umnutzungsnotwendigkeiten genauso wie energetische Aspekte berücksichtigen.

 

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