Zukunft Bau: Stromkennwerte im Nichtwohnbau
Projektinformation

Bei der Energiebilanzierung von Nichtwohngebäuden fehlt bisher die normative Möglichkeit, den Anwenderstrombedarf realitätsnah abzuschätzen. Die Forschungsvorhaben verfolgt das Ziel, den Strombedarf in Nichtwohngebäuden empirisch zu untersuchen und daraus Jahreskennwerte für alle Nutzungsprofile der DIN V 18599 abzuleiten.
Die Grundlage dafür bildet eine statistisch-empirische Stichprobenuntersuchung. Sie beruht auf einer systematischen Einzelauswertung von über 100 Nichtwohngebäuden. Für alle Gebäude erfolgen eine Zonierung sowie eine Erhebung der gebäudeweisen Stromverbrauchskennwerte. Für ein Drittel der Stichprobe werden anschließend in Begehungen alle relevanten Stromverbraucher erfasst. Anhand von Befragungen und Kurzzeitmessungen wird die Gerätelaufzeit eingeschätzt und eine raum-, zonen- und gebäudeweise Strombedarfsbilanz erstellt. Ziel ist ein Abgleich zum Verbrauch.
Es erfolgt eine Ableitung typischer zonenbezogener Jahresnutzstrombedarfe nach Nutzungsintensität (in 3 Stufen: gering, normal, intensiv). Sowohl die Flächenanteile der Zonen innerhalb eines Gebäudetyps (z.B. der Anteil der Zone „Sanitär“ in einer Produktionsstätte) als auch die zonenweise Ausstattung mit Elektroverbrauchern (z.B. Anzahl und Nutzung von Medizingeräten in der Zone „Arztpraxen und Therapeutische Praxen“) ist einer statistischen Verteilung unterworfen. Alle Kennwerte werden daher als Verteilfunktionen erhoben. Die aus der Statistik bekannten Gesamtverbrauchskennwerte (AGES, VDI 3807 usw.) können somit überprüft werden.
Abschlussberichte
Dissertationsschrift
In einem kooperativen Promotionsverfahren (Universität Kassel und Hochschule Magdeburg/Stendal) konnte im Sommer 2024 eine Dissertationsschrift fertig gestellt werden, die beide Forschungsaktivitäten zusammenführt.
